Berlin, 22. Dezember 1989, Brandenburger Tor.
Das war der Moment, in dem klar wurde: Jetzt ist nichts mehr aufzuhalten. Die Grenztruppen und die Polizei der DDR hatten keine Kontrolle mehr über die Menschen. Die Masse, die Stimmung, diese Energie – das lässt sich kaum in Worte fassen. Man musste dabei gewesen sein.

Während andere einfach nur geschaut haben, hatte ich bereits die Idee im Kopf: eine Panoramafotografie. Nicht einfach ein Bild, sondern etwas Größeres. Das Foto, das ich damals gemacht habe, besteht tatsächlich aus vier einzelnen Aufnahmen. Heute würde man das „stitchen“ – ein Klick, fertig. Damals? Gab es das alles nicht. Keine Software, keine Windows-Rechner, keine digitalen Hilfsmittel.
Das war Handarbeit. Planung im Kopf. Umsetzung mit einfachen Mitteln.
Aber genau so habe ich schon vorher gearbeitet. Bereits vor 1989 habe ich Collagen erstellt – aus Fotos, aus Materialien, aus allem, was ich in die Hände bekommen konnte. Kreativ sein hieß damals: improvisieren, ausprobieren, machen.
Leider ist ein Großteil dieser Arbeiten verloren gegangen. Geblieben sind nur wenige Stücke – und die Erinnerungen daran.
Im Jahr 2000 bin ich dann einen Schritt weiter gegangen – ins Internet. Meine erste große Webseite über Ghana ging online. Und sie ist bis heute aktiv: ghana-net.com
Auch das zeigt: Wenn ich etwas anfange, dann ziehe ich es durch.
Von analogen Collagen, über improvisierte Panoramafotografie in einer Zeit ohne digitale Technik – bis hin zu einer Website, die seit über zwei Jahrzehnten besteht.
Für mich war das nie nur Technik.
Es war immer eine Frage von Haltung.
Und davon, Dinge einfach zu machen – auch wenn die Mittel begrenzt sind.